23. Januar 2006 in Journal » Webstandards

Was sind Webstandards?

Wenn ich meinen Mitmenschen von meiner Arbeit erzähle und die Phrase "Webdesign mit Webstandards" nenne, kommt immer die selbe Frage bei ihnen auf: "Was sind Webstandards?" Hier nenne ich die Definition, den Sinn und Zweck und einige ausschlagebene Vorteile. In erster Linie geht es mir um die Erklärung für mich in eigenen Worten.

Dieser Artikel ist Bestandteil der Webdesign-Themenwochen.

Definition

Webstandards sind Spezifikationen von Websprachen, die vom W3C erarbeitet bzw. anerkannt wurden. Browserhersteller und Webdesigner halten sich an Standards um nicht aneinander vorbei zu arbeiten. Beide Seiten halten sich an Richtlinien für HTML, XHTML, CSS oder sogar Javascript und weitere Websprachen. Webstandards sind also wie Industriestandards zu verstehen.

Sinn und Zweck

  1. Plattform-Unabhängikeit

    Dank der Standardiesierung können sich nahezu alle Medien an die Ausgabe anpassen. PDA, Handy, PC oder Mac - Sie halten sich alle im besten Fall an die aktuellen Webstandards.

  2. Standardisierung

    Die Standardiesierung verhindert die Wiederholung eines Browserkriegs. Alle browser-spezifischen Tags und Spezifikationen wurden aus dem Weg geschafft.

  3. Interpretations-Möglichkeiten

    Suchmaschinen und Feedreader verlassen sich auf wohlgeformte Webinhalte und können sie dadurch einwandfrei und problemlos interpretieren. Das ermöglicht eine erhöhte Erreichbarkeit und qualitativ bessere Suchergebnisse.

Vorteile

  1. Zukunfts-Sicherheit

    Eine Aktualisierung einer webstandards-basierten Website auf einen neureren Webstandard ist sehr einfach. Auch die lange Haltbarkeit von Dokumenten, die das Lebensalter des Autoren übersteigen kann, spricht für Webstandards.

  2. Geschwindigkeit

    Wohlgeformter, semantisch korrekter Code ist in den meißten Fällen schlanker als veralterte Methoden des Webdesigns. Somit können Dateien schneller geladen werden. Auch die strikte Trennung von Inhalt und Design erhöht die Lade-Geschwindigkeit.

  3. Suchmaschinenoptimierung

    Dank der verbesserten Interpretation webstandards-basierter Websites können Suchmaschinen diese besser indizieren. Die Gewichtung der Inhalte, die Suchmaschinen vornehmen, kann man durch semantisch relevante Verwendung von Markup stark beinflussen um in Suchergebnissen besser plaziert zu werden.


10 Kommentare

rob am 23. Januar 2006 #

dabei muss man immer darauf hinweisen, dass es nur so lange plattformunabhängig ist, wie die jeweiligen browser es unterstützen.

gruss

Conny Lo am 23. Januar 2006 #

Sobald der IE 7 draussen ist, kann man den IE 5.0 und vielleicht auch schnell den IE 5.5 vergessen. Damit ist der Weg frei zu fast allgemein wohlgeformten, semantisch korrekten Code. Ich freue mich drauf, endlich meine Browserweiche abstellen zu können!

Obwohl, wer weiss, was auf uns zu kommt?!

Martin Labuschin am 23. Januar 2006 #

In diesem Artikel bin ich bewusst ohne die Problematiken wie CSS-Support z.B. von Internet Explorer an das Therma gegangen.

Koka am 23. Januar 2006 #

@conny lo:

Meinst du nicht, die ersten 2 Jahre wird es mit IE7 nur noch schlimmer? Es ist ja nicht so, dass alle dann plötzlich IE7 haben. So conditional comments mit if ie springen dann doch auch auf IE7 an, dann kannste erstmal alles neuschreiben...

Christian Beier (iBlogging) am 23. Januar 2006 #

Die meisten Punkte sind leider immer nur für die Webdesigner interessant. Einem Kunden ist es leider erst einmal egal, ob die Site einfacher zu pflegen ist. Die einzigen beiden Punkte die für Kunden zählen sind halt, dass die Website schneller geladen wird und dadurch gleichzeitig weniger Traffic entsteht und das der PR in Google erhöht werden kann. Deshalb ist es den meisten Kunden auch schwer zu vermitteln, warum sie auf Webstandards setzen sollten.

Martin Labuschin am 23. Januar 2006 #

Nun, man kann die Kunden auch damit begeistern, dass sie sich nicht nur im Betrieb, sondern auch auf ihrer website sich an neuste Standards halten. Das strahlt doch Professionalität aus. Siehe auch hier: http://labuschin.com/?d=7&d=118

Koka am 23. Januar 2006 #

Naja, aber kleine Unternehmen haben doch nicht so viele Seitenaufrufe, dass Traffic wirklich ins Gewicht fällt. Die meisten haben doch eh nicht so viel Ahnung, dass sie Webstandards und dergleichen interessiert. Denen ist wichtig, dass die Seite überall gleich aussieht, egal ob mit Tabellen oder nicht, und dass sie bei google oben stehen.
Bei größeren Unternehmen ziehen die Punkte schon viel eher. Hat man ja bei der Focus-Verschlimmbesserungs-Neugestaltung (geiles Wort ^^) gesehen. btw, kam da eigentlich noch was von der Focus Redaktion?

Max am 27. Januar 2006 #

connylo am 2. März 2006 #

@koka
Ich denke, dass die "ersten 2 Jahre" nicht alles schlimmer, sondern das Schlimme (der ganze CSS-Schrott der IE5er) geringer wird im Verhältnis. Einfache Rechnung: mehr IE7 = weniger IE5. Jetzt verzeichne ich auf meiner Site cirka 2% Zugriffe der IE5-Generation. Wenn diese Zahl unter die 1% sinkt, dann schalte ich zwei spezielle CSS dafür ab.

Die andere Seite ist natürlich, dass wir uns nach den zwei glückllichen Jahren, in denen der Anteil des IE5 sinkt, die Sorge über den IE7 zunimmt, weil der nicht mal simples CSS3 kapiert usw.!

Martin Labuschin am 2. März 2006 #

Nun, es gibt heute noch wenige Webdesigner, die CSS 2 komplett beherrschen. ich selbst nutze meiner Meinung nach gerade mal 40% der Möglichkeiten von CSS 2.

Unbekannte CSS Eigenschaften, die wenige kennen:


behavior
content
text-transform
filter
opacity


Ich denke dese Eigenschaften kommen auch theoretischer IE-Unterstützung selten zum Einsatz.

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