4. Januar 2006 in Journal » Usability/Accessibility
Web-gerechtes Texten
Kurze Sätze und Absätze
Nichts überfordert den Leser so sehr wie Sätze, bei denen man am Ende nicht mehr weiß, wie sie angefangen haben. Mehrere kurze Sätze sind leichter zu verstehen und meist genauso aussagekräftig wie lange komplizierte Sätze.
Absätze sollten auch kurz gehalten werden. Der Leser denkt nicht sofort: "Oh Mann, ist das viel zu lesen!" Klare strukturierte Texte mit relativ kurzen Absätzen erleichtern das "Scannen" und verhelfen so zur bestmöglichen Informations-Aufnahme.
Gleichbleibender Schreibstil
Schreibt man einmal Grafik, sollte man auch dabei bleiben und nicht zwischen Grafik und Graphik wechseln.
Den Leser sollte man möglichst immer gleich ansprechen. Einmal Sie und einmal Du geht einfach nicht. Dabei sollte man auch immer überlegen, welche Ansprache man von Beginn an durchhalten möchte.
Höflich und elegant
Vermeidet will! Man bekommt ja schon in der Kindheit beigebracht, möchte statt will zu sagen. möchte klingt auch viel eleganter.
Möchte man den Benutzer/Leser um etwas bitten, sagt auch bitte. Dazu gehören auch Fehler-Ausgaben. Beispiel:
- Falsche Eingabe im Namen-Eingabefeld!
- Der von Ihnen angegebene Name enthält ungültige Zeichen. Bitte wählen Sie einen anderen.
Was klingt wohl besser?
Lange Wörter portionieren
Mops-gedackelter Windhund-Spitz ist um ein Vielfaches leichter zu lesen als mopsgedackelter Windhundspitz. Lange Wörter sollte man also durch Bindestriche portionieren.
Das Trennen von Begriffen macht es auch Suchmaschinen einfacher, sie zu verstehen.
Fazit
Gerade in der deutschen Sprache sollte man im Web nicht allen zeigen, dass man tolle Grammatik-Kunststücke kann. Simple und strukturierte Texte kommen bei Surfern und Suchmaschinen viel besser an.
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12 Kommentare
kein name am 4. Januar 2006 #
dieser artikel ist echt ne gute fortsetzung zu deinem voherigen http://labuschin.com/?d=7&id=128 alles in allem sind das voll diee guten hinweise, die manche blogga echt mal beachten müssten!!
Martin Labuschin am 4. Januar 2006 #
Danke für das Kompliment! Was ich persönlich gar nicht mag, sind diese "3 Wörter Einträge" von Anfänger-Blogs. Gutes Beispiel: http://www.basicthinking.de/blog/2006/01/02/the-ipod-hack/ Da wundert mich eine kommentar-arme Umgebung gar nicht :)
robert am 4. Januar 2006 #
ein wirklich guter artikel! er ist auch gleich ein anstoß für mich ein paar texte die für die website vorgesehen sind umzuformulieren, da sie etwas lang sind 8zu sehr verschachtelt).
du verwendest einen recht großen zeilenabstand, da kann man manchmal nur schwer zwischen absatz und neuer zeiel unterscheiden. sieht man sehr gut bei "Kurze Sätze und Absätze". der absatz ist unwesentlich größer als eine neue zeile.
SilentWarrior am 4. Januar 2006 #
Ein sehr interessanter und hilfreicher Artikel!
Gar nicht einverstanden bin ich allerdings damit, dass man bei langen Wörtern Bindestriche setzen soll. Studien haben belegt, dass Menschen auch längere Wörter prima ohne Bindestriche lesen können. (Klar, zu lange dürfen sie auch nicht sein, wie etwa Apfelbaumhaustürklingel.) Insofern sind die Bindestriche unterbewusst eher unnötiger Balast beim Lesen als eine wirkliche Hilfe.
Christian Harder am 4. Januar 2006 #
Guter Artikel - ich habe als Reaktion auf den vorangegangenen Artikel den Zeilenabstand auf meiner Seite etwas erhöht und festgestellt, dass man den Text nun wirklich viel besser lesen kann (sofern man ihn lesen will ;-) und nach mehr sieht's auch aus... ( :D )
Aber ich möchte auch einmal einen Begriff in die Diskussion einwerfen: Sprachverarmung - Ist es nicht grade das tolle an einer Sprache das man durch spezielle (auch längere) Sätze und Worte Dinge sehr präzise ausdrücken kann. Mag sein, dass die Bandwurmsätze in meinem Kommentar dafür kein gutes Beispiel sind, aber zu lange Sätze stören den Lesefluss, meiner Meinung nach, genauso wie zu kurze.
robert am 4. Januar 2006 #
@ christian:
kommt aber darauf an wie kurz der satz ist.
studien haben ja belegt, dass man sich nicht so gut konzentrieren kann vor dem bildschirm. und bei längeren texten sind lange sätze durch diese "konzentrationsschwäche" einfach zu ompliziert um sich den inhalt zu merken...
Martin Labuschin am 4. Januar 2006 #
Da hat Robert recht. Das Lesen am Bildschirm ist sehr viel schwieriger und erfordert mehr Konzentration. Daher sollte man es dem Leser so einfach wie möglich machen.
Boris am 6. Januar 2006 #
Im Grunde sollte man immer dem Sachverhalt entsprechend schreiben, nicht der Darstellungsform. Das, was tatsächlich dem Lesefluss zuträglich ist -- sinngebende Absätze, die Maßgabe, Sätze nicht zu tief zu verschachteln, verständliche Sprache und anderes mehr -- ist generell beim Schreiben zu beachten, nicht nur im Zusammenhang mit der Publikationsform Webseite.
Ein guter Text ist immer ein guter Text, egal, auf welchem -- hölzernem oder digitalem -- Papier er dargeboten wird.
Ich bin überzeugt, dass man den Menschen durchaus mehr Web-Lesefähigkeit zutrauen darf als gemeinhin postuliert, wichtig erscheint mir, Webseiten so (standardkonform) aufzubauen, dass der Leser die dynamischen Möglichkeiten des Mediums wie zum Beispiel die Größenanpassung der Schrift tatsächlich nutzen kann.
Zudem sollte man berücksichtigen, wie selbstverständlich es offenbar für viele Web-Surfer ist, längere Texte einfach auszudrucken. Was unser Augenmerk auch auf die gute Druckbarkeit unserer Webseiten bewegen sollte.
Koka am 6. Januar 2006 #
Was ich auch mal gerne wissen würde:
Man will schon geduzt werden, oder?
Martin Labuschin am 6. Januar 2006 #
Ich denke auf Blog-Websites schon. Auf Firmenseiten möchte ich von der Firma schon mit Sie angesprochen werden. Ich würde also sagen, dass liegt immer an der Zielgruppe. Siehe auch hier: http://labuschin.com/?d=7&id=77
Christian am 12. Januar 2006 #
Kompliment gute Tipps ! Werde es mir zu Herzen nehmen ! Weiter so !
Björn am 18. Januar 2006 #
Wow, das ist ein sehr guter Artikel, vielen Dank dafür. Muss mir dann auch noch gleich den Typografie Artikel durchlesen ;)
Bin ja noch sehr neu in der Blogger-Welt :)