13. März 2006 in Journal » Usability/Accessibility

Farb-Kontrast als Richtlinie der Barrierefreiheit

Es gibt viele Farb-Kontrast-Check-Tools, wie z.B. Snook. Sie sind nützlich wenn man auf hohe Accessibility Wert legt. Die Anforderungen der BITV Priorität 1 schreibt vor, dass Websites auch im SW-Modus klar erkennbar seien sollen. Gehören diese Richtlinien zusammen?

Das W3C schreibt vor

Die festgelegten Mindest-Kontrast-Werte des W3C sind die Basis der vielen Farb-Kontrast-Check-Tools. Jetzt stellt sich für mich die Frage, ob der Kontrast 2er Farben noch barrierefrei ist, wenn er die Tests der Check-Tools nicht besteht. Die BITV schreibt ja nur vor, dass 2 Farben auch noch auf dem Schwarz-Weiss-Bildschirm noch klar unterscheidbar seien sollen.

Oder ist es einfach nur besser, wenn man sich an die Richtlinien des W3C hält? Irgendwie überschneiden sich die Richtlinen. Das verwirrt doch. Außerdem lassen die BITV viel zu viele Fragen offen. Was meint ihr?


2 Kommentare

Boris am 13. März 2006 #

Mal davon abgesehen, dass die BITV letzten Endes in begrenzten öffentlichen Zusammenhängen herangezogen werden kann, um strikt zu erfüllende Vorgaben zu definieren, unabhängig davon, ob sie sinnvoll sind oder nicht (als amtliche Verordnung eben), kann man sich schon fragen, was SW-Bildschirme im Zusammenhang mit Barrierefreiheit bedeuten sollen.


Gibt es das überhaupt? Möglicherweise an speziellen Einfachst-Terminals in öffentlichen Institutionen, die zur Erfüllung ganz bestimmter Aufgaben dienen? Laufen da dann moderne Browser drauf, die raus ins Web können und modernes CSS verstehen (denn ganz ohne CSS ist eine HTML-Seite bekanntlich schwarz auf weiß)?
Ich glaube, eher nicht.

Falls ich nicht wirklich irgendeinen für Barrierefreiheit relevanten Einsatzfall von SW-Darstellung übersehe (man mag mich da gerne informieren oder erinnern), sehe ich diese einzelne Anforderung eher im Umfeld falsch verstandener Einfachheit an, die im praktischen Leben kaum eine Bedeutung hat. (Aber eben eventuell als bloße Verordnung!)


Ich bin da eigentlich eher auf der Seite der WCAG (W3C) und gleiche lieber anschließend mit der BITV ab, denn meines Wissens ist die BITV eine Teilmenge der WCAG, weitestgehend davon abgeleitet, etwas gekürzt und ins Amtsdeutsch übersetzt.

Ich halte es z.B. aber auch für interessant, im Zusammenhang mit Farbkontrast mal die Verträglichkeit desselben (und die der Farbauswahl selbst) damit abzugleichen, wie eine Website unter verschiedenen Farb-Blindheiten aussieht.

Nils am 16. Mai 2006 #

Zum Thema: Wie schaut die Seite bei verschiedenen Farbfehlsichtigkeiten aus? Dafür gibt es das Freeware-Tool Sim Daltonism (für Mac) -> http://www.michelf.com/projects/sim-daltonism/

Ansonsten würde mich mal interessieren, ob es eine Richtlinie gibt, die besagt, welchen Kontrast man benutzen sollte, um möglichst vielen Fehlsichtigen gerecht zu werden. Ich kenne die Kontraste "Gelb auf Blau", "Schwarz auf Weiß" und "Weiß auf Schwarz" (Meares-Irlen Syndrom).

Diskussion geschlossen

Die Kommentarfunktion dieses Artikels wurde deaktiviert. Private Mitteilungen an Martin bitte per E-Mail an martin@labuschin.com. Danke.