24. Januar 2007 in Journal » Kritik
Was bedeutet »Werbung« bei Microsoft?
»Wenn Microsoft’s Expression Web Designer Websites wirklich mit standardkonformen XHTML 1.0 Transitional sowie CSS in allen Versionen bastelt ...
... dann kann man die doch gar nicht im Internet Explorer anschauen.«
Wo Jeriko recht hat, hat er recht. Korrekt ausgegebenes XHTML 1.0 Trasitional kann der IE 6 und auch der IE 7 nicht anzeigen. Deshalb bedanke ich mich hiermit bei Microsoft, da sie endlich für webstandards-fähige Browser werben und nicht immer an ihren Internet Explorer denken.
Es ist völig in Ordnung, dass ein Unternehmen für einen Editor wirbt, der standard-konformes XHTML und alle CSS Versionen beherrschen soll. Gar kein Problem. Auch wenn es auf einer Website passiert.
So ist es bei Microsoft. Leider geschieht dass auf einer browser-proparitären, invaliden und mit überflüssigem Javascript verseuchten Website. Die Haupt-Infoseite von Microsoft Expression Web validiert wegen 51 Systax-Fehlern nicht. Es wurde nicht mal ein DOCTYPE angegeben.
"Erstellen Sie standardmäßig CSS-basierte, mit XHTML 1.0 Transitional konforme Websites, und verbessern Sie die Verwendung in verschiedenen Browsern durch Vereinfachen der Bereitstellung und Pflege."
Sowas wirkt doch nicht gläubwürdig, wenn ich mir die Features-Seite von Expression Web anschaue. HTML-Validator meldet mir 10 cm (in der Statuszeile von Firefox) unter diesem Satz 199 Warnungen. Außerdem steht dieser Satz in einer gelb-umrandeten Box, die eine eigene (graue) Navigation besitzt. Doch diese kann ich nicht betätigen. Mag das wohl daran liegen, dass ich Mircosoft.com mit meinem Firefox besuche?
Ich als Webdesigner hab nun wirklich Angst mit Expression Web so einen Schrott zu erstellen.
Die Software - Auf dem zweiten Blick
Auch wenn die Oberfläche im ersten Augenblick ganz nett erscheint, ist sie viel zu überfrachtet. Wozu brauch ich denn bei einem Website-Editor permanent in der Symbolleiste eine Schriftarten-Auswahl?? Ich wechsel doch nicht bei jeder Syntax die Schriftart von Courier über Monaco bishin zu Proggy Tiny - bin ich hier alleine? Macht man das so? Sowas gehört in einen Einstellungsdialog des Editors. Und wozu brauch ich denn die Möglichkeit, fetten oder krusiven Code zu erstellen? Das sollte doch ein guter Editor alleine machen. Sowas nennt sich Syntax-Highlighting. Apropos Editor - Kann Expression Web auch WYSIWYG? :)
Wow, Expression Web nimmt mir sogar mühseliges Schreiben einer HTML-Tabelle ab. Oh, was ist das? 'width="100%"'. Gestaltung durch HTML-Attribute? Also wenn schon Inline-Style, dann bitte in das style-Attribut!
Wenn ich im Quelltext id="8ss" schreibe, zeigt mir Expression Web keinen Syntax-fehler an, sondern gibt mir über einen Tool-Tip den Hinweis, dass ich den Code-Hyperlink mit STRG-Klick folgen kann. Wie bitte? Wo ist da ein Hyperlink? 8ss ist nicht mal im entferntesten einer URL ähnlich. Warum sagt mir Expression Web nicht einfach, dass keine ID mit einer Ziffer beginnen darf? Das wäre ein Hilfe für Neulige und Unerfahrende. Ich habe das ehrlichgesagt auch sehr spät gerlernt.
Praktisch, ich habe soeben eine HTML-Optimierung gefunden, die mir nerviges Word-Markup aus HTML-Dokumentenentfernt. Mal testen. Hm, größtenteils bliebt alles wie es ist. Nur sauberer eingerückt.
- Immernoch der Conent-Type "windows-1252"
- Immernoch Inline-Styles
- Immernoch absolut überflüssige Klassen, wie MsoNormal
- Immernoch fehlende Anführungszeichen bei Attributswerten
Ich glaube, ich bleibe doch bei meinem Editor. Auf den kann ich mich wenigstens verlassen. Er tut was er angibt zu tun und er tut auch nicht mehr oder weniger.
Also, Leute: Verwendet Texteditoren, wie z.B. e, Intype, ScITE, TextMate oder BBEdit wenn ihr sauberes, konformes und kontrollierbares HTML und CSS erstellen wollt. WYSIWYG ist heute einfach noch nicht reif. Das wird es in den nächsten Jahren auch nicht werden.
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5 Kommentare
Jürgen Liechtenecker am 25. Januar 2007 #
furchtbar, da lob ich mir topstyle und ähnliches. danke für den bericht, dann brauch ichs mir gar nicht ansehen.
Frank am 25. Januar 2007 #
Ich werde wohl weiterhin bei Notepad++ und UltraEdit bleiben, die kann ich wunderbar erweitern und ich verstehe was ich sehe.
Mit werkzeugen wie Firebug nd WebDeveloper kann ich mich eh nicht erweichen irgend einen Editor mit WYSIWYG-Editor einzusetzen.
Danke für den netten Bericht.
Matthias Mauch am 25. Januar 2007 #
WYSIWYG Editoren die was taugen sind wirklich rar, aber es gibt ein Produkt (free for personal use) das eine Mischung aus Text- und WYSIWYG-Editor ist.
First Page 2006 von Evrsoft
http://www.evrsoft.com/1stpage3.shtml
Es steht für Windows zur Verfügung, ist leider nur in Englisch, aber hat keine Probleme mit CSS, (X)HTML und anderen Code. Zusätzlich steht noch eine Tidy Kontrolle zur Verfügung, wie passende Default Dokumente für die gängigen (X)HTML Doctypes, ein integrierter Vorschau Editor (WYSIWYG) und CSS-, (X)HTML Befehlsreferenz.
Der grosse Nachteil (oder auch nicht) ist das als Vorschau Render Engine nur der IE supported wird. Abgesehen davon ist beim Coden eine Hilfestellung, Befehlsergänzung und weitere Spielereien vorhanden.
Xel am 4. April 2007 #
Ich code ja ganz gerne mim Dreamweaver (Steinigt mich! Der hat auch ne Codeansicht!) - der ist was Hilfestellungen und insbesondere CSS-Codevervollständigung angeht einfach spitze... ich kann meine Seite per Klick in den unterschiedlichen (installieren) Browsern anschauen. Außerdem kann ich direkt (dank eingebautem FTP-Client) auf dem Server arbeiten, was insbesondere bei Joomla, Wordpress etc.pp. Templates durchaus sinn macht...
Ja klar - Dreamy ist nicht günstig und das was aus ihm rauskommt, wenn man WYSIWYG benutzt ist nicht unbedingt der Hammer aber selbst dann kann man - mehr oder minder - standardkonform arbeiten, wenn man das denn unbedingt braucht...
Martin Labuschin am 4. April 2007 #
Dreamweaver, damit habe ich auch lange gearbeitet. Auch in der Codeansicht. Der Editor ist recht mächtig. Ich denke, du hast eine gute Wahl für dich getroffen.