Es ist wichtig, nicht nur beim groben Layout (sprich Kopf, Inhalt, Marginalie), sondern auch bei Details, wie z.B. Formularen das »Grid« im Auge zu behalten, damit ein Grundraster-basiertes Design auch wirklich „rund“ wird.
Wir (unser Designer Uli und ich) haben bei der Gestaltung eines aktuellen Projektes besonders bei Formularen Wert darauf gelegt, dass diese dem Grundraster gerecht werden. Ein Formular ist in jenem Projekt ein sehr oft auftauchendes Element. Es folgen die grundlegende Theorie über Gestaltungsraster und die Ergebnisse für ein einfaches Eingabefeld und eine Datumauswahl.
Text- und Blockelemente in einem Raster
Bilder und andere Blockelemente (nicht verwechseln mit Block-Level-Elementen aus HTML) werden in Gestaltungsrastern anders behandelt als Text. Texte können möglicherweise in einem solchen Blockelement auftauchen und müssen daher etwas eingerückt werden. Auch Texte, die sich nicht in einem solchen Blockelement befinden sollten eingerückt werden, damit alle Texte, die an einer Raster-Einheit ausgerichtet wurden, sich auf einer Linie befinden. In der folgenden Grafik veranschauliche ich das einmal:
Ein hellroter Streifen ist eine Einheit (engl. Unit). Der Raum zwischen den Einheiten wird Steg (engl. Gutter) genannt. Das Blockelement beginnt in der Grafik korrekt an der Einheit. Der Text über dem blauen Blockelement fängt links genau da an, wo auch der weiße Text in dem Blockelement beginnt. Beide sind also etwas eingerückt worden. Der etwas dunklere rote Streifen verdeutlicht das. Es hat sich als praktisch erwiesen, Text um die Hälfte des Maßes eines Steges einzurücken.
Der Urzustand
Die Gestaltung des Urzustandes war recht einfach. Wir haben die eigentlichen Eingabeelemente nicht verziert oder einfärbt, damit sie immer schnell als solche erkannt werden können. Eine ausführlichere Begründung für diese Entscheidung kann man im Artikel »Vorsicht bei CSS-Gestaltung von Formularen« nachlesen. Das Label steht in einer eigenen Zeile. Ein unterstützender Hilfetext steht - wenn unbedingt notwendig - unter dem Eingabeelement. Schlicht und leicht verständlich.
Man beachte, dass die Eingabeelemente bis ganz ans Ende der letzten Einheit gehen. Erst einmal nichts Besonderes ...
Fehler nach Absenden
Nachdem das Formular abgesendet wurde und Felder nicht wie gefordert ausgefüllt worden sind, muss der Benutzer auf die/den Fehler aufmerksam gemacht werden. Hierzu haben wir einen auffälligen Hinweis über dem Formular vorgesehen. Das Formular enthält wieder die Daten, die vor dem Absenden eingegeben wurden, damit der Benutzer korrekte Eingaben nicht wiederholen muss. Die gesamte obere Fehlermeldung ist so breit wie ein Eingebefeld.
In den folgenden Grafiken sieht man die Hervorhebung der falsch oder nicht ausgefüllten Eingabeelemente. Das Label und die Fehlerbeschreibung sind rot. Das Eingabeelement selbst ist dick (2px) und rot umrandet, hat aber auch noch einen kleinen Abstand (1px) zwischen sich und Rand.
Im Urzustand sind die Eingabeelemente noch ganz breit gewesen. Nun sind sie aber etwas schmaler. Erst mit der Umrandung füllen sie wieder die ganzen Einheiten des Rasters aus:
Feedback einer Direkt-Validierung
Eine optionale Direkt-Validierung (mittels AJAX) kann den Benutzer Zeit und dem Websitebetreiber Traffic ersparen. Sie hat daher auch bei uns eine Verwendung gefunden. Wir haben uns gedacht, dass ein einfacher Haken als Meldung für „Alles in Ordnung“ reicht. Mehr Feedback würde nur nerven. Bei negativem Feedback der Validierung ist besteht aber Erklärungsbedarf, d.h. eine kurze Fehlermeldung ist nötig. So haben wir es letztendlich gelöst:
Wie in der folgenden Rasteransicht zu sehen ist, geht eine solche Meldung in diesem Fall bis knapp vor das Einheitenende. Wäre die Meldung länger, würde eine neue Zeile beginnen.
Eine Kombination aus einer normalen Fehlermeldung und der Rückmeldung der Direkt-Validierung wäre bei dieser Gestaltung möglich. Praktisch würde Sie auftauchen, wenn ein Formular trotz Meldung der Direkt-Meldung abgeschickt wurde und dass Feld ein weiteres Mal auf eine Verbesserung wartet.
Fazit
Die Gestaltung von Formularen ist manchmal doch umfangreicher als zunächst vermutet. Wenn man jedoch bei der Gestaltungsphase eines Grundraster-basierten Layouts auf solche Details achtet, erhält man ein klares und strukturiertes Ergebnis.
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Klasse Artikel Martin! Ob aber das "dehnen" der Auswahlmenüs bezüglich der Datumsangaben in Sachen Usability so ideal ist, wage ich eher zu bezweifeln. Der Abstand zwischen der Tages- und Jahresauswahl in deinem Beispiel ist einfach zu groß. Während Eingaben für Namens- oder Adressenangaben oft wesentlich mehr Platz benötigen, ist der benötigte Platz für die Auswahl von Datumsangaben oft wesentlich geringer. Trotz geringerer Breite (4 anstatt 6 Spalten breit), können die Auswahlmenüs innerhalb Grid-Layouts bleiben. Dann wiederum sollte man allerdings schauen, dass der Abstand vom letzten Element (in dem Fall der Jahresauswahl) hin zur Fehlermeldung nicht zu groß ist, damit der direkt Bezug zueinander vorhanden bleibt.
Webstandard-Team, danke für euer ausführliches Feedback!
Ich verlasse mich jedoch im Falle der Datumauswahl auf das Gesetz der Nähe, die eine Verbindung zwischen Tag, Monat und Jahr schaffen. Ich denke, das ist ersichtlich.
Das Markup enthält übrigens für jede einzelne Auswahl ein Label. Das macht das Ganze meines Erachtens nochmal ein wenig logischer. Die Bezeichnung "Datum auswählen" ist ein normaler Text, der wie ein Label formatiert wurde. Die „echten“ Labels wurden per CSS ausgeblendet um das ganze optisch nicht ganz so unruhig zu machen.
Danke für den Anstoß auch Kontaktformulare professionell zu gestalten :)
Ich mag solche Tutorials, da ich nicht immer selbst die Zeit habe, solche aufzuzeichnen...
Ich verstehe nur nicht, warum sich nicht strikt am Grid-System gehalten wurde?
Ich nehme an, dass das letzte Bild die End-Version ist.
- Warum endet das Datum rechts neben der weißen Linie?
- Warum beginnt die Label-Bezeichnung nicht links von der roten Linie, sondern weiter innen (wahrscheinlich wurde padding benutzt)?
- Warum endet das Eingabefeld mitten in der roten Linie?
Es soll keine Kritik sein, sondern ich möchte es ganz einfach wissen.... ;)
Einen kleinen Tip habe ich noch: Vielleicht kann eine Option eingebaut werden, dass ich bei einem neuen Kommentar benachrichtigt werde ;)
Ein schönes Wochenende wünschend
Ralph
Ralph, innerhalb dieser Datumauswahl (also die drei SELECTs) haben wir das Grid ignoriert, da wir diese als eine Einheit gesehen haben. Ob das jetzt „richtig“ ist, kann ich dir aber nicht garantieren.
Das Label wurde aus dem Grund eingezogen, der in „Text- und Blockelemente in einem Raster“ erklärt wird.
PS. Ich habe die Benachrichtiungsfunktion eben implementiert und dich dort eingetragen. Ich hoffe, dass geht in Ordnung.
Hallo Martin,
na ja.. mein Name ist leider etwas falsch geschrieben, aber ich fühle mich trotzdem angesprochen ;)
Es geht mir nicht um richtig oder falsch, sondern um konsequente Umsetzung der Beschreibung aus der ersten Grafik inkl. Erklärung. Ich kann Euren Ansatz schon verstehen, finde ihn aber zu streng in das Raster gepresst.
Mir widerspricht diese Umsetzung der guten Benutzerfreundlichkeit. Aber wie bereits gesagt, ich bin an einem Gedankenaustausch interessiert, denn ich finde diese Idee gut, auch ein Formular an einem Raster auszurichten.
Ralph
Ralph, ich denke, dass ist wirklich eine Ansichts- bzw. Gemackssache. Ich sehe die Datumauswahl als eine Einheit und kann daher das Raster do ignorieren. Ein Foto von einem Zaun wird z.B. perfekt ins Raster passen, der Zaun wiederum aber nicht. Verstehst du, wie ich das meine?
atumsangaben in Sachen Usability so ideal ist, wage ich eher zu bezweifeln. Der Abstand zwischen der Tages- und Jahresauswahl in deinem Beispiel ist einfach zu groß. Während Eingaben für Namens- oder Adressenangaben oft wesentlich mehr Platz benötigen, ist der benötigte Platz für die Auswahl von Datumsangaben oft wesentlich geringer.
Oliver
25.03.2008
Sehr schöner Artikel, Martin!
Werde beim nächsten Formular darauf achten. :)
Grüße aus Bonn, Oliver