29. Mai 2006 in Journal » Design
Typografische Kunststücke mit InDesign CS2
InDesign
InDesign ist in erster Linie eine Software für das Erstellen und Bearbeiten von Print-Medien bzw. dessen Vorlagen, wie Bücher oder Prospekte/Broschüren. Unter anderem lassen sich gleich mehrere Seiten mit den selben Einstellungen gleichzeitig erstellen und als PDF exportieren. Außerdem erreicht man mit wenigen Kniffen einzigartige Schriftbilder. Wer mehr über die Möglichkeiten der Typografie erfahren möchte, liest am besten das PDF (6,24MB) «Typography in InDesign CS» von Jason Arber.
Schriftschnitte
Professionelle Schriften werden meist in verschiedenen Schnitten geliefert. Da ist kursiv nicht einfach eine schiefe Darstellung des regulären Schnitts, sondern besitzt eigenständige Eigenschaften. Und diese möchte man manchmal auch bei regulärer Schrift nicht missen. Die Unterschiede von verschiedenen Schnitten einer Schriftfamilie werden bei «Myriad Pro» sehr deutlich:
Andere typische Schnitte neben der regulären und italic sind serif, sans serif, semibold, bold, black oder Mischungen, wie z.B. bold italic.
Begradigung von italic Schnitten
Um einen kursiven Schnitt zu begradigen, stellt InDesign eine Einstellung des Textobjektes zu Verfügung Verzerren. Bei Myriad Pro Italic reicht eine negative Verzerrung von 11° aus, um sie regulär aussehen zu lassen. Die Einstellungsmöglichkeit findet sich in der Steuerung von Textobjekten wieder. Das Ergebnis sieht dann so aus:
Nutzen und Einsatz
Wie man sieht, erreicht man so ein völlig neues Schriftbild von Myriad Pro. Besondere Einstellungen eignen sich gut für Wortmarken bzw. Logos. Sie wirken einmalig und machen die Wortmarke ein Stück mehr unverwechselbar. Einstellungen, wie bestimmte Zeichenabstände statt normalen Leerzeichen oder positive vertikale Skalierungen kommen häufig bei Wortmarken zum Einsatz.
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13 Kommentare
Wolfgang Bartelme am 29. Mai 2006 #
Danke - dann kann ich in Zukunft, sobald mich wer nach der Font meines Logos fragt, auf deinen Artikel verweisen :)
Martin Labuschin am 29. Mai 2006 #
Kein Problem, würd mich sogar freuen :)
Nicolai Schwarz am 29. Mai 2006 #
Und da rede ich mir jahrelang den Mund fusselig und erkläre Nicht-Grafikern, dass sie doch bitte eine richtige Kursive verwenden mögen, statt eine normale Schrift lediglich technisch-mathematisch pseudo-kursiv zu setzen. Und dann fällst du mir in den Rücken...
Nein, natürlich kann man mit den Buchstaben für Wortmarken rumspielen, sie auch verzerren.
Nur zum einen ist - zumindest meiner Erfahrung nach - Illustrator dafür das Werkzeug der Wahl. Zum anderen muss man in vielen Fällen die Buchstaben noch etwas nachbearbeiten.
Martin Labuschin am 29. Mai 2006 #
Leider gibt es aber die Möglichkeit, die Verzerrung auf die einzelnen Buchstaben von Textobjekten anzuwenden nicht. Zu einer Nachbearbeitung in Illustrator würde ich aber auch raten. Immerhin ist Illustrator die richtige Anwendung für Logodesign.
Sebastian am 29. Mai 2006 #
also meiner meinung nach, ist es absolut verboten, kursive in gerade zu wandeln. jedem typograph dreht sich da der magen um. es gibt für alle bereich spezialisten - so auch für schrift. bei einer guten schrift hat sich der entwerfer zu jedem schriftschnitt etwas gedacht. stell dir vor, jemand pfuscht in deinem screendesign rum ;-) (und macht ein kursives mit indesign daraus) *g
Martin Labuschin am 29. Mai 2006 #
Hm, ich verstehe schon was du meinst. Da ich mich aber eher auf Logodesign bezogen habe und nicht auf ganze Textkörper, ist der Lesekomfort durch einen verzerrten Schnitt ja nicht unbedingt eingeschränkt, da es sich meist nur um ein paar Buchstaben handelt.
Manuel am 30. Mai 2006 #
also ich weiß auch nicht was ich von der idee halten soll. einerseits ist es (andersrum) etwas wovon ich jedesmal bauchschmerzen kriege wenn ich sowas sehe. andererseits ist das von dir hier gezeigte beispiel echt mal ne sehr coole sache =)
mit entsprechender nachbearbeitung sicherlich zu empfehlen.
Milos am 30. Mai 2006 #
Ich bin ja kein Typograf bzw. Grafiker, aber allein schon die Möglichkeit sowas zu machen finde ich cool. Ich wäre ja nicht mal auf eine solche Idee gekommen ;-) Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass man sowas nicht mit allen Schriften machen sollte.
TCR am 30. Januar 2007 #
Naja, das ist ja nun nicht soo neu, ging auch schon vor jahren mit freehand und nicht nur ich hab schon logos gemacht die quasi nach links gelehnt "kursiv" waren, und zum anderen ... wenn ich schon höre "jedem typograph dreht sich da der magen um", nerv. bleib mal schön bei deinen komischen konventionen und wunder dich warum die anderen immer die guten neuen sachen machen. grade im logodesign geht *alles*, egal obs "guter stil" ist oder nicht, egal ob negative schriftweite, buchstabengrößen durcheinander oder halt verzerrte buchstaben.
es gibt so tage da freue ich mich das ich keine "ordentliche" ausbildung gemacht habe in der mir jemand was von regeln erzählt hat :)
Martin Labuschin am 30. Januar 2007 #
Im Logodesign geht sicherlich nicht alles. Nicht jedes Logo, dass es gibt, ist gut. Einige sind entweder für einige Medien total ungeeignet, einige kann man bei 30 mm auf Papier nicht mehr lesen, andere sind in Farben und Einsatzmöglichkeiten soweit eingeschränkt, dass ein Einsatz in damals ungeplanten Medien total ungeeignet sind.
Beispielsweise ist mein Logo nur für Screenmedien optimiert. Natürlich blöde, ich weiss. Daher habe ich eine Printversion anfertigen müssen, um dunkle Hintergründe auf Papier vermeiden zu können.
TCR am 13. Februar 2007 #
Ich meinte jetzt nicht technische Gegebenheiten, sondern gestalterische.
TCR am 13. Februar 2007 #
Beziehungsweise, um das kurz noch genauer zu erläutern (das ist ja eigentlich sehr alt hier und nicht mehr so sehr von Interesse,vermute ich), Typographie ist für mich die Kunst bzw. das Handwerk größere Mengen Text lesbar zu setzen. In dem Moment wo du die Buchstaben für ein Logo aber einfach als Formen begreifst mit denen du kreativ spielst, sie veränderst und abstrahierst geht halt doch "alles".
Martin Labuschin am 13. Februar 2007 #
Ja, recht hast du schon. Habe dich wohl falsch verstanden, als du davon geredet hast, dass alles möglich sei. Wenn du willst greife ich das Thema noch einmal in einem neuen Artikel auf. Etwa "Typografie vs Logodesign" ?!
Übrigens: Den Unterschied zwischen Typo und Logodesgn hast du sehr gut erläutert.