1. Juni 2006 in Journal » Blogging
Entstehungs-Prozess eines Weblog-Artikels
Im Grunde besteht so ein Prozess bei mir aus folgenden Kompenenten:
- Inspiration einholen
- Ideen speichern
- Grobes Entwerfen
- Texten
- Formatierung & Qualitäts-Management
- Veröffentlichung
Inspiration einholen
Ich lese viel, sehr viel. Besonders Fachartikel über Webdesign oder Webstandards, sowie auch Tutorials oder einfach Gedanken und Ideen zum Webdevelopment. Vorwiegend lese ich online Medien, das bietet sich nun mal an, wenn man sich über Webthemen informieren möchte.
Ideen speichern
Ich habe neuerdings drei Methoden damit meine Ideen und Gedanken nicht verloren gehen:
1. Notizen machen
Wenn mir irgendetwas einfällt,worüber ich schreiben könnte, schreibe ich es auf - entweder auf Notiz Zetteln (da gehen in der Agentur viele drauf *g*) oder in Netvibes, falls ich gerade online bin. Meist notiere ich nur die geplante Überschrift und/oder bestimmte Schlagwörter des Themas.
2. Seiten speichern
Die Tastenkombination Strg + Umschalt + L kommt bei mir zum Einsatz, wenn ich auf einer Seite bin, die mich dazu inspiriert hat, einen Artikel zu genau diesem Thema zu verfassen. Sie speichert die aktuelle Seite, dafür ist die Firefox-Erweiterung Scrapbook zuständig. Die Seite kann ich dann jeder Zeit, ob online oder nicht, abrufen.
3. Ideen kurz zusammenfassen
Falls ich mal wieder zu viele Notizen habe, oder bei Netvibes schon eine Scrollleiste auf dem digitalen Notizblock erscheint, nehme ich mir kurz Zeit um die Ideen etwas konkreter zu überdenken und öffne Writer und schreibe mir die geplante Überschrift und ein paar Schlagwörter und ggf. URLs zu dem Thema auf und speichere die ODT-Datei in meinem Artikelordner. Momentan warten 17 Artikel in diesem Status darauf, geschrieben zu werden.
Grobes Entwerfen
Wenn ich Zeit zum schreiben habe, picke ich mir ein Dokument aus meinem Artikelordner und überlege, wie der Artikel grob strukturiert werden könnte. Ich notiere mir also Überschriften. In diesem Status können Artikel schon mal mehrere Tage bis Wochen verbringen.
Texten
Nun, da ein grobes Konzept des Artikels vorhanden ist, beginnt das eigentliche Texten. Ich führe die Gedanken, die ich bei den Überschriften gehabt habe, fort und schreibe sie als Text herunter. Dabei können Listen, Absätze und noch kleinere Übeschriften entstehen, damit der Artikel übersichtlich bleibt.
Im Moment habe ich aber das Problem, dass Absätze zu lang werden. Die typografische Gestaltung, die Redlounge hergibt, ist dafür leider nicht mehr geeignet, da sie auf kurze Absätze ausgelegt ist. Delighted (Ja, ich sitze immernoch an der Umsetzung. Tut mir leid.) wird eine ganz andere typografische Darstellung hergeben. Das Lesen wird euch also in Kürze imens erleichtert.
Artikel sind für mich in gewisser Weise und in zweiter Linie Futter für Suchmaschinen. Also versuche ich möglichst über 200 Wörter zu kommen, damit Google merkt «Aha, der Martin hat wieder viel Inhalt veröffentlicht, auf den ich verweisen könnte, falls jemand nach etwas zu diesem Thema sucht».
Außerdem versuche ich möglichst bei einem Thema pro Artikel zu bleiben, damit die AdSense Anzeigen vernünftig greifen und keinen Blödsinn bewirbt. Ob mir das gelungen ist, sehe ich leider erst etwas nach der Veröffentlichung, da die AdSense eine Zeit braucht, um den Artikel zu interpretieren.
Formatierung & Qualitäts-Management
Erst wenn der Text fertig ist, übertrage ich ihn in mein selbst programmiertes CMS und wandle den Plain Text in HTML-Inhalt um. Dabei habe ich verschiedene Werkzeuge zu Verfügung.
1. Eine Art Formatierungstool hilft mir, oft benutze Tags um Elemente zu setzen. Dabei sind Tags wie z.B. H2, H3, P, A, STRONG, EM, UL und LI. Den Rest füge ich manuell hinzu. So ist eine Qualität des Markups eigentlich immer gewährleistet und ich übe so regelmäßig schnelles Erstellen von HTML Markup.
2. Die Firefox Erweiterungen ImgTag und Copy as HTML Link helfen konfortabel bei Erstellung bestimmter Links bzw. Bilder. ImgTag erstellt Bild-Elemente genau wie ich es möchte:
- Absolute Quellenangabe
- Style-Attribut mit Pixelmaßen
- Korrekt geschlossen
3. Nachdem der Text mit Markup versehen wurde, wird der Artikel unveröffentlicht gespeichert und validiert. Validierung spielt für mich eine große Rolle, da ich keinen Benutzer Informationen auf meiner Website versperren möchte.
4. Ist die Validierung erfolgreich verlaufen oder wurden die nötigen Änderungen vorgenommen, geht es an die Rechtschreibprüfung. Ja, ich weiß: Manchmal haperts bei diesem Schritt.
5. Außerdem werden Links getestet und die Darstellungen bei bestimmten Gegebenheiten geprüft, d.h. Bilder auf Maße und Position etc.
6. Als letztes wird der Artikeltitel nochmal auf die neuen Gegebenheiten geprüft und in einem Extra-Eingabefeld lege ich die Meta-Angaben für Keywords fest. Diese werden auch bei der Suche von Labuschin Webdesign berücksichtigt.
Diese Phase kann einen oder mehrere Tage dauern. Je nach Umfang und zeitliche Faktoren. Ich komme am Tag ca. 1 Stunde zum Schreiben. Jedoch habe ich die Möglichkeit Kommentare und Foren-Einträge den ganzen Tag lang auf Updates zu prüfen. Das gelingt mir aber nur nebenbei (auch mal während der Arbeit).
Veröffentlichung
Jetzt ist der Artikel bereit für die Veröffentlichung. Ich prüfe nach der Veröffentlichung noch den RSS Feed und verfolge die kommenden Kommentare. Vielleicht sitze ich aber auch schon an einem neuen Artikel.
Ich hoffe, ich habe euch einen ausführlichen Einblick in die verschiedenen Phasen eines Artikels gegeben. Wie sieht so etwas bei euch aus? Schreibt ihr Artikel direkt in eurer Blog-Formular oder bereitet ihr sie etwa so vor wie ich?
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6 Kommentare
Andrea Matthews am 1. Juni 2006 #
Tja mein erster Kommentar überhaupt. Leider habe ich erst seit kurzem einen kleinen Einblick was webites angeht aber ich selber schreibe auch unglaublich gerne. Bei mir ist das allerdings unterschiedlich. In den Blog schreibe ich direkt rein was ich denke oder was aktuell ist. Bestimmte Artikel jedoch bereite ich tatsächlich in etwa so vor wie du, (bis auf den CSS und etc.Kram).
Andreas Berg am 1. Juni 2006 #
Also wenn ich ehrlich bin.... schreibe ich meine Artikel, ohne mir vorher große Gedanken darüber zu machen. Bin halt was das Bloggen angeht auch kein Profi, sondern das läuft so nebenher...
Jeriko One am 1. Juni 2006 #
Soso, du prüfst also deine Links ob sie auch funktionieren. Also in diesem Artikel versteckt sich ein nicht funktionierender Link. Welcher, verrate ich nicht ;-)
Ich mache mir eigentlich auch nicht allzuviele Gedanken wenn es ums Bloggen geht. Habe ich ein Thema, dann schreibe ich darüber und gut ist.
Martin Labuschin am 1. Juni 2006 #
Wo denn? *räusper*
Denny am 2. Juni 2006 #
Die Extension ScrapBook schaut ja wirklich sehr nett aus. Leider hat sie meiner Meinung nach einen entscheidenden Haken (soweit ich das im Schnelllesen überblickt habe): die Daten werden nur auf dem lokalen Rechner abgespeichert. Für Leute, die oft an mehreren Rechnern arbeiten, ist dieses Tool somit ziemlich nutzlos. Dann empfliehlt sich z.B. Google Notebook ( http://www.google.com/notebook/ ), da hier alle Daten zentral gespeichert werden. Leider hinkt da der Funktionsumfang im Vergleich zu ScrapBook hinterher.
micha am 26. Juni 2006 #
Ich machs im Wesentlichen ebenso wie du, nur dass ich die für mein Thema relevanten Seiten bei del.icio.us ablege. Oder ich schreibe mir auf, auf was ich achten muss. Das eigentliche Schreiben des Artikels geht dann aber recht flott, wobei ich das auch erstmal mit Offlinetools mache.